Mädchen
"Was machen die Mädchen in Südafrika?" ist eine der häufigsten Fragen, die ich aus Deutschland zu hören bekomme. Bisher konnte ich sagen: "Ja, es gibt sie, aber mehr weiß ich nicht."
Das ist jetzt anders. Ich traf ein Mädchen, das auf den ersten Blick mein Herz gewann, und ich habe wenig Chancen, es zurückzubekommen.
Anna ist die Tochter eines weißen Vaters und einer braunen Mutter, eine Araberin, und das sieht man ihr auch an. Hübsch ist sie, 50 kg, braunes Haar, ein Traum von einem Mädchen.
"Sie ist eine dieser Frauen, bei denen man auf die Knie fallen möchte, um Gott zu danken, daß man ein Mann ist."
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Ich traf sie zufällig an ihrem Geburtstag, sie trank unglaublich viel und hatte Schwierigkeiten, gerade auf den Beinen zu stehen.
Das ist Anna.
Ach ja: Anna ist nicht die in der Jacke. Das ist Natascha von nebenan. Anna ist das Fohlen.
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Der 1. April 2000 war Annas echter Geburtstag: Sie wurde morgens um 3 Uhr geboren. Jedoch war ihre Geburt von einer Tragödie überschattet: Die Mutter starb drei Stunden später. Anna blieb alleine zurück und hatte niemanden, der ihr zeigte, was es heißt, ein Pferd zu sein.
Wir brachten ihr das Laufen bei, was sie am Anfang gar nicht mochte, war es doch viel einfacher, in der dunklen Ecke auf den wackeligen Beinchen zu stehen. Dann ging es allerdings ziemlich schnell, bis das alles ziemlich professionell aussah.
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unten: Eugenie und Anna
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Während wir mit Laufenlernen beschäftigt waren, besorgten die anderen eine Babyflasche. Mit der Milch, die wir der Mutter noch abnehmen konnten, versuchten wir dann, die mittlerweile ziemlich hungrige junge Dame (sie hatte ja in ihrem ganzen Leben noch nichts gegessen!) zu füttern.
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Es dauerte etwa 20 Minuten, bis sie begriff, wie man am Schnuller saugt. Dann jedoch nuckelte sie
die ganze Flasche auf Ex, was viel besser ging, nachdem ich das Schnullerloch mit Hilfe einer Nadel und eines Feuerzeuges vergrößert hatte.
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Es war gar nicht so einfach, die Flasche dafür freizubekommen, denn Anna sah überhaupt nicht ein, warum sie sie wieder hergeben sollte. Aber dann vergnügte sie sich derweilen einfach mit meinem T-Shirt. Da kann man nämlich auch dran saugen.
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