Botswana und die Kalahari
Wo man die Stille hören kann
Die Osterferien sahen uns in Botswana. Dieses Land, nördlicher Nachbar von Südafrika, ist lange nicht so entwickelt wie die RSA, hat jedoch durch seine reichen Bodenschätze ein relativ hohes Pro-Kopf-Einkommen.
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Die Unterschiede zu ZA stechen schnell ins Auge. Die Dörfer erscheinen sauber, die Hütten sind traditionell aus Lehm gebaut und meist sorgfältig gepflegt. Kein Müll liegt herum, und der Tourist kann sicher sein, daß ein unabgeschlossenes Auto auch am nächsten Morgen noch da ist.
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Die südafrikanischen Hütten aus Wellblech, Pappe und Plastikfolie sucht man hier meist vergebens, alles in allem ist es mit seinen immer freundlichen Bewohnern viel friedlicher als im Nachbarland Südafrika.
Wenn man die Städte hinter sich gelassen hat, ist man schnell "in the middle of nowhere". Die Dörfer haben keine Elektritzität oder fließend Wasser, und das hier ist ein örtlicher Supermarkt, in dem es aber alles gibt, was man braucht.
Es ist übrigens nicht das Foto, das schief steht...
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Die Fahrt führte uns sozusagen gegen den Uhrzeigersinn durch das Land. Unser erstes Ziel sollten die Magadigadi-Pans (sprich: "Machadi-Chadi-Pen", mit scharfem "ch", "Pan" ist das englische Wort für "Pfanne", was hier im landschaftlichen Sinne gemeint ist) sein, ein riesigers Salzsee-Gebiet im mittleren Nordosten Botswanas. Die Fahrt dorthin war interessant für mich, weil ich eine solche Struktur und Landschaft noch nie gesehen hatte.
So erschrecke ich mich vor einem Dickpen (Afrikaans für "Dickbauch"), einem Krabbeltier, das etwa 6 cm lang ist und aussieht wie eine Kreuzung zwischen Spinne und Ritterrüstung.
Dieses unsympathische Vieh lebt hier überall, buchstäblich zu abermillionen, in Namibia weiter im Westen sind einmal im Jahr, wenn sie schlüpfen, die Straßen schwarz davon.
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Wulf jedoch, dem der alte Land Rover gehörte, nutzte die endlose Landstraße, die wir mit unserem alten Flitzer abrissen, entschied sich für eine andere Beschäftigung.
Das ist ungewöhnlich, wenn man bedenkt, daß die Geräuschkulisse so hoch war, daß ein normales Gespräch unmöglich ist.
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Apropos alter Flitzer: Leergewicht 2 Tonnen, 4-Liter-Maschine Baujahr 1969, Verbrauch etwa 20 Liter Super bei konstant 90 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das andere Auto war ein ziemlich neuer Land Rover ("Discovery"), also alles in allem ein langweiliges Auto. Kein Husten, kein Spucken, färt immer dahin, wohin man steuert, und springt morgens immer an.
Trotzdem war es die Discovery, die den einzigen Reifenplatzer der Tour hatte...
Am Vormittag des dritten Tages, es war Ostersonntag, erreichten wir die Pans. Duch die anhaltenden Regefälle waren sie voller Wasser, was unseren ursprünglichen Plan, mitten durchzufahren, zunichte machte. Und das war auch gut so - später erfuhren wir von einem ganzen 4x4-Club, der mit 14 (!) Geländewagen im Schlamm stecken geblieben war.
Wie man sieht, war die Straße nicht das, was man sich im allgemeinen darunter vorstellt. Am Horizont - Wasser. Eine "Once-in-a-Lifetime"-Erfahrung in einer sonst trockenen Landschaft, denn die Magadigadi-Pans sind eigentlich ein riesiger, brettebener und betonharter Salzsee.
Immer, wenn es was zu sehen gab, kletterte die ganze Belegschaft auf die Autodächer.
Diese Art der Beobachtung lernte ich schnell zu schätzen. Es schunkelte zwar beim Fahren gewaltig, ließ sich aber sitzenderweise gut aushalten.
Das Dach des Landis war eine hervorragende Aussichtsplattform, auf der ich mich wenn möglich immer aufhielt. |
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Und dann warem wir am Ufer. Hier hatte bis vor kurzem noch Wasser gestanden, die gleißende Sonne schuf Fata Morganas über dem Seegrund.
Was zuerst wie eine feste Oberfläche aussah, stelle sich schnell als gummiartige Semi-Matschschicht heraus: Unter 10 cm getrocknetem Lehm war Schlick. Diese Konstallation war dem 4x4-Club zum Verhängnis geworden.
Wer sich fragt, wo das viele Wasser ist - das hier ist nur eine kleine Nebenpfanne. Das Wasser selber sollten wir zwei Tage später erreichen.
Die Bäume im Hintergrund sind übrigens gute 20 km weit weg.
Daß ich im Magadigadi-See gebadet habe, kann ich meinen Enkeln erzählen; es steht nicht zu erwarten, daß das in den nächsten 100 Jahren nochmal möglich ist...
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Wir fuhren also um die Pans herum, durch eine wahnsinnig schöne Landschaft. Das Dumme an wahnsinnig schöner Landschaft ist, daß man sie nicht fotografieren kann, also müßt ihr mir das jetzt einfach glauben. Büsche und Bäume bildeten eine grüne, einheitlich gut drei Meter hohe Decke über der Erde, die schier end- und lückenlos war.
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Ganz plötzlich kamen wir ins Palmengebiet: Wie mit dem Messer gezogen die Grenze zwischen Baum-Buschwald und einem Mischwald, aus dem überall Palmen herausguckten.
Wir sprechen jetzt aber nicht von Kokospalmen. Diese hier hatten kleinere Nüsse, etwa tennisballgroß, aus denen die Eingeborenen mit viel Mühe Schnitzereien für die Touristen herstellen.
Angeblich kann man betimmte Bereiche der mehrschaligen Frucht sogar essen, probiert haben wir es aber nicht.
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Mittagspause unter Palmen.
Der Verkehr in Botswana kennt ein Gefährt, daß ebenso praktisch wie unverwüstlich ist: Den Eselskarren. Diese Vehikel, die oft nur noch durch Drahtverbindungen zusammengehalten werden, trotzdem aber liebevoll gepflegt auszusehen vermögen, werden von den genügsamen Eseln gezogen, von denen es hier unglaublich viele gibt.
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Die Esel sind im vorigen Jahrhundert der Schlüssel zur Kolonialisierung des Kontinentes gewesen. Sie sind sehr viel robuster als Pferde, kommen längere Zeit ohne genügend Wasser und Futter aus, können fast alles verdauen, was wächst und bringen bei alledem ähnliche Kraftleistungen zustande wie Pferde.
Außderdem haben sie am ganzen Körper Schweißdrüsen, was ihnen je nach Bedarf einen gewaltigen Kühlungsvorteil den Pferden gegenüber bringt.
Wir haben sie scherzhaft "Botswana-4x4" genannt, und es bedarf keiner Erwähnung, daß ich mich sofort in die immer etwas deprimiert guckenden Esel verliebt habe.
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Mitten im Busch gibt es immer wieder gewaltige Erhebungen. Wie ein Riese unter Zwergen ragt dann plötzlich ein knorriger, urig aussehender Baum weit über alles hinaus, was um ihn
herumsteht: Der Affenbrotbaum, engl. "Baobab-Tree".
Diese Kolosse werden angeblich mehrere tausend Jahre alt und haben Durchmesser von locker mal 8 Metern. Die ersten Entdecker fanden, daß die Bäume aussahen, als wären sie verkehrt herum gewachsen, mit dem Wurzeln nach oben, und die Eingeborenen glaubten, daß sie von guten Geistern bewohnt waren.
Die Geschichten, daß Affenbrotbäume getrenntgeschlechtlich sind, stimmen übrigens nicht. Sie sind wie die meisten anderen Bäume Zwitter.
Ende des 18. Jhd. vermaß Livingston einen Affenbrotbaum, dessen Maße in den 1960ern überprüft wurden. Man fand dabei heraus, daß die Bäume keinen konstanten Durchmesser haben, sondern je nach Witterung wachsen oder schrumpfen.
Wenn man übrigens genau hinguckt, sieht man Ruth in der Mitte vor und und Wulf links neben dem Baum stehen. Nur so zum Größenvergleich.
Es gibt hier die Auffassung, daß ein echter 4x4-Fahrer einmal stecken bleiben muß, bis er ein echter 4x4-Fahrer ist. Hier habe ich also meine Taufe gleich dreimal empfangen, 2x mit dem alten Landi und einmal die Discovery...
Und dann gab mein Fotoapparat auf. Wie kann er es wagen! Aber als guter Tourist hatte ich natürlich einen zweiten dabei...
Wir fuhren weiter nach Westen, als Wulf plötzlich auf die Bremse stieg. Und dann waren sie da: Eine ganze Giraffenfalimie!

Ich weiß nicht, wer da wen bestaunt hat...
Plötzlich sind die Bäume zuende. Wieder eine messerscharfe Grenze, als wir vom Schwarzerd- ins Sandgebiet kommen, es bleiben alleine die Palmen und Büsche, die etwa hüfthoch sind.
Wir bogen ab, um in eine naheliegendes Reserve, das Nxai-Pan-Reserve (sprich:"Nakai"), zu fahren. Die Reserves sind Naturschutzgebiete, die für eine begrenzte Anzahl Besucher gegen ein Eintrittsgeld zu befahren sind.
Nach 40 km Sandpiste stellten wir jedoch fest, daß die Swana, die Bewohner von Botswana ("Bot" bedeutet übersetzt "Land von"), die Eintrittspreise um 300 (!) % erhöht hatten. Naja, die Marktwirtschaft fordert ihren Tribut - Namibia, Angola und Zimbabwe sind praktisch im Bürgerkrieg, Mocambique ist überflutet, da bleibt nur Botswana für die zahlenden Südafrikaner.
So drehten wir wieder um und campten wie immer im Busch, was wie immer ein grandioses Erlebnis war.
Vielleicht sollte ich darauf kurz eingehen - man stelle sich eine sternenklare Nacht vor, und die nächste Lichtquelle ist 200 km weit weg. Das bedeutet absolute Dunkelheit und leuchtende, wirklich hell leuchtende Sterne. Außerdem absolute Stille. Nur die Grillen machen anfangs einen Heidenlärm, doch gegen 9 uhr verstummen auch sie. Und dann ist es wirklich still. So still, daß man die Stille hören kann.
Und: Der Geruch der Natur. Die Mixtur aus dem Staub des Tages, den Büschen und Gräsern, den Blüten und allem anderen schafft ein Aroma, daß ich in dieser Form noch nie erlebt habe. Kein Abgas verdirbt es, kein Parfum zerstört es. Nur Natur pur. Bis dann der nächste auf die Idee kommt, eine Zigarette anzuzünden...
Es ist beeindruckend, wie schön, friedlich und ergreifend ein einfacher Abend sein kann.
Hier erwälte mich dann diese Gottesanbeterin zum Landeplatz. Sie kam jedoch in tiefer Dunkelheit, also sperrte ich sie über Nacht in eine leere Keksdose (die Südafrikaner können übrigens keine guten Kekse backen, nur mal so am Rande), denn ich wollte sie in der Sonne fotografieren.
Und so schlief "Jane", wie wir sie nannten, in besagter Keksdose, bis ich sie am Morgen befreite. Sie war ziemlich ungehalten, bis sie entdeckte, daß meine Hand im Gegensatz zur Morgenkühle angenehm warm war, und entschied sich zu bleiben.
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Ich versuchte, sie auf einen Busch zu setzte - sie hielt sich hartnäckig fest. Ein Baum - kein Gedanke. Auch Gras vermochte sie nicht zu überreden. Bis ich sie dann eine Viertelstunde später per Zufall unter dem Bauch anfaßte - da flog sie weg. Offenbar ein bißchen kitzelig, die Gute...!

Morgens ist es meist empfindlich kalt. Gelobt sei ein warmer Kaffee!
Dann kamen wir wieder in die Zivilisation: In Maun, das sich um ein Hotel (Riley's Hotel) herum gebildet hat (wer die Gegend kennt, weiß, daß wir jetzt ganz im Nordwesten Botswanas angelangt sind!), gibt es, geografisch fast zwingend, einen größeren Flughafen und einige Dutzend Safari-Unternehmen. Die Stadt ist nämlich das Sprungbrett zum Okawango-Delta, einem der größten Naturwunder Afrikas.
Das Okawango-Delta ist eine merkwürdige Sache: Da kommt ein großer Fluß, besagter Okawango, und verschwindet dann mitten in der Wüste einfach in einem riesigen Delta, etwa so groß wie Niedersachsen.
Dieses Delta jedoch bietet einen unglaublich vielfältigen Lebensraum für jede Form von Lebewesen, ein El Dorado für Naturfreunde.
Nach einiger Zeit, wenn das Delta vollgelaufen ist, läuft es "über", und die abgehenden Flüsse bringen das Restwasser weiter ins Land hinein. So gibt es überall Flüsschen, die nur kurz im Jahr Wasser führen.
Leider sind Touren ins Delta nur per Boot oder Flugzeug machbar, daher ist es unheimlich teuer, das Innere zu sehen. Bootstouren durch die Randgebiete sind jedoch erschwinglich.
Ich hätte gerne das Delta gesehen, das jedoch ist durch die Regenfälle der letzten Zeit dermaßen naß, daß man weit fahren muß, um tatsächlich aus der Landwirtschaftszone herauszukommen, und dazu fehlte uns leider die Zeit.
Am Rande der Stadt steht diese uralte, wunderschöne Brücke aus Holz und Lehm, die längst für den Verkehr gesperrt ist.
Es ist die Matlapaneng-Brücke und überspannt den Thamalakane-River, einen Abfluß des Okawango-Deltas, der erst Wasser führt, wenn das Delta "vollgelaufen" ist.
Bemerkenswert war, daß plötzlich ein Jeep mit Rendsburger Kennzeichen neben uns stand. Da ist man auf der anderen Seite der Erde, und trifft dort Leute aus Felde...
Wir verlassen die Zivilistation und fahren wieder in den Busch, auf der Suche nach dem Lake Ngami (sprich:"Nagami"). Dieser See ist in den 1850ern von Livingston entdeckt worden und galt lange Zeit als spektakuläres Naturwunder.
Wieder hat sich die Landschaft verändert. In dieser Hinsicht wird Botswana wirklich nicht langweilig. Die Büsche sind einer baumbewachsenen Wiesenlandschaft gewichen. Mich zieht sie sofort in ihren Bann, vor allem, als wir ploötzlich in eine Gegend kommen, wo die Bäume von einer Schlingpflanzenart überwuchert sind.
Das schafft ein Flaire wie im Märchen. Riesige Bäume, wie unter einem grünen Bettlaken, ganze Buschgruppen unter einem lebenden Tarnnetz verborgen. Ich habe das deutliche Gefühl, daß jederzeit Trolle oder Feen aus den darunter verborgenen Höhlen und Häusern hervorspringen können.
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Abends laufe ich lange durch die Botanik. Überall laufen halbwilde Pferde herum, die offenbar von hier lebenden Menschen gezüchtet werden, ihre Geräusche schaffen den Hintergrund eines echten Märchen-Gefühles.
Die Bäume sind umwachsen von einer Pflanze, die eine Mixtur aus Strauch und Riesengras zu sein scheint. Etwa 2m hoch, und entfern Ähnlichkeit mit unserem Raps, nur, daß sie nicht blüht.
Ich folge den von den Pferden gebahnten Wegen durch ein uriges, märchenhaftes Labyrinth in den Sonnenuntergang.

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Morgens machen wir uns wieder auf die Suche nach dem sagenhaften Lake Ngami und finden ihn gegen 10 Uhr.
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Der Lake Ngami war vor langer Zeit einmal ständig gefüllt, bevor dann durch geologische Veränderungen der speisende Fluß seinen Lauf änderte und der See seinen Zufluß verlor. Heute ist er meist nur durchgängig von Schilf bewachsen, das etwa 2,20 m hoch steht. Die Weite des 50 km langen und 10 km breiten See, der bretteben ist, ist atemberaubend. Wie ein gigantisches Bügelbrett liegt uns die schier endlose grüne Ferne zu Füßen, ein Meer der Ruhe in einer ewig ruhigen und doch vor Leben sprühenden Landschaft.
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Die Gegend hier ist schwer zu beschreiben. Es scheint, daß noch nie eines Menschen Fuß diese Erde betreten hat, und doch haben die domestizierten Ziegenherden das Unterholz abgefressen, so daß nun hohe Bäume direkt auf dichtem, kurzen Gras wachsen. Riesige Vögelschwärme machen jedes erdenkliche Geräusch, immer wieder sehen wir eine Handvoll Ziegen und Kühe umherstreifen.
Das ganze besitzt eine lichte, leichte Weite und ein Gefühl der unendlichen Freiheit, obwohl man selten weiter als 50 m sehen kann.
Als wir den Busch verlassen, finden wir uns auf einer "Gravelroad" wieder. Diese geschotterten Wege werden zwar nach und nach durch Teerstraßen ersetzt, verbinden jedoch bis heute die abgelegeneren Ortschaften. Und wer wie wir dann 120 km darauf gefahren ist, der riecht, atmet, ist Staub, wie man es sich nie vorgestellt hat.
Im Verlaufe der Straße verschwinden dann die Palmen. Und der Abend sieht uns, auf Betreiben einer unserer Mitfahrerinnen, auf einem Campingplatz mit Dusche.
Morgens bekommen wir Besuch: Vater Strauß präsentiert uns stolz seine Damen. Obwohl diese Tiere hier halb zahm umherlaufen, bleibt man doch besser weg von ihnen, denn ein Hieb des Schnabels kann ganz böse Verletzungen hervorrufen.
In meiner Aufregung fällt mir das englische Wort "Ostrich" für den Strauß nicht ein, und meine Bezeichnung "Big Running Bird" ("Großer rennender Vogel") sollte für den Rest der Reise zum neuen Namen des Tieres werden.
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Der etwa taubengroße Hornbill ist hier überall zu finden.
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Wir fahren heute bis fast an die Grenze unseres eigentlichen Zieles, des Central Kalahari Game Reserves. Die Straße ist nur für 4x4-Autos zugelassen, aber auch damit haben wir immer wieder Schwierigkeiten durchzukommen. |
Der nächste Morgen eröffnet einen der wenigen bewölkten Tage. Es ist kalt, und vielleicht ist das der Grund, warum der Landi heute nicht ansprang. Nach einer guten halben Stunde Reparatur schnurrte er dann zwar wieder, das reichte aber völlig aus, uns vollständig auszukühlen.
Wir erreichen die Grenze des Parks, der die Fläche des Dreieckes Kiel-Hannover-Berlin hat, das entspricht etwa der dreifachen Fläche Schleswig-Holsteins.
Die Kalahari wird allgemein als "Wüste" bezeichnet. Das ist allerdings falsch wie nur was.
In unserem Gebiet, dem Norden des Parks, treffen keine der wissenschaftlichen Definitionen der "Wüste" zu, und in der Tat ist hier weder Sand noch Geröll oder gar Dünen zu finden.
Der Norden der Kalahari ist ganzjährig ein lebendiges Gebiet, und der Name "Kalahari-Wüste" stammt in Wirklichkeit von einem Schriftsteller namens Farini, der um 1870 das Buch "Durch die Kalahari-Wüste" geschrieben hat, in dem er den Namen erfand.
Und der bürgerte sich dann ein, vielleicht ähnlich dem "Walfisch", der ja auch kein Fisch, sondern vielmehr ein Säugetier ist.
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links Wulf, rechts steht Dave, sitzend vorne v.l. Emil, Ruth und Joanne, dahinter meine Wenigkeit, Marion und Marlene. |
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Hier geht's weiter in den Park!
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