Verkehr in Südafrika

Das erste, was dem Touristen in Südafrika auffällt, ist natürlich der Linksverkehr. Der ist zugegebenerweise gewöhnungsbedürftig, aber mit etwas Konzentration machbar. Und wer sich wie ich unversehens auf der falschen Seite der Kreuzung wiederfindet (uups!), kann sich einiger böser Blicke gewiß sein.
In meinem Fall hatte ich Glück, keiner hat's gesehen, und als das erste Auto kam, hatte ich schon gewendet und stand vor der Ampel, als hätte ich schon immer in diese Richtung fahren wollen...

Rostlaube  

Fast gleichzeitig fällt dem deutschen Auge die Qualität der Autos, bzw. deren völliges Fehlen auf. Eine Institution wie den deutsche TÜV gibt es hier nicht, jedenfalls keine Pflichtuntersuchungen, und das treibt beizeiten die merkwürdigsten Blüten: LKWs sind meist langsam und hoffnungslos überladen, rußen dafür unglaublich, viele PKW halten nur durch Rost und die Macht der Gewohnheit zusammen.

Der öffentliche Nahverkehr ist praktisch nicht existent. Es gibt zwar Busse, die jedoch fahren meist ohne erkennbaren Fahrplan und pfeifen zudem technisch auf dem letzten Loch.
Der ÖPNV wird statt dessen von privaten sogenannten Minibus-Taxis durchgeführt, die ebenfalls ohne festen Fahrplan oder -routen, dafür aber sehr zahlreich durch die ganze Stadt fahren.

  Taxi

Für umgerechtet 60 bis 90 Pfennig bringen sie den Passagier an sein Ziel. Dabei muß man allerdings einiges in Kauf nehmen: In einem VW-Bus z.B. sitzen problemlos bis zu 20 (!) Menschen, ggf. mit großen Gepäckstücken und manchmal auch Schweinen/Hühnern/Hunden etc.
Diese Minibustaxies sind meist auch in oben erwähnten jämmerlichen Verfassung, mir persönlich ist es ein Rätsel, wie das Überleben in diesen Bussen bei 30 Grad Hitze und immer geschlossenen Fenstern möglich ist.
4-Way-Stop  

Eine wirklich schöne Sache dagegen sind die Stop-Kreuzungen. Hier gelten keine rechts-vor-Links"-Regelungen, sondern die Regel "wer zuerst kommt, mahlt zuerst".
Das heißt, daß man einfach schaut, wer zuerst an der Linie steht. Der darf fahren, der andere wartet, bis er dran ist.
Das hat den Vorteil, daß man auch bei viel Verkehr nach spätestens drei Autos an der Reihe ist, es ergibt sich ein perfektes Reißverschlußsystem.

Es verdient vielleicht auch Erwähnung, daß es hier zwar Verkehrsregeln gibt, die jedoch werden meist "dem Verkehrsfluß angepaßt", d.h. nicht beachtet.
So ist es z.B. streng verboten, beim Fahren zu telefonieren (hallo, Michi!), rote Ampeln zu überfahren oder auf der Ladefläche eines der hier weit verbreiteten Pick-Ups zu fahren.

  Massentransporter